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Licht an die Mauer

Nach dem 13. August 1961 baut das SED-Regime die Sperranlagen aus. Die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin ist abgeriegelt. In der geteilten Stadt sind nun Familien und Freunde voneinander getrennt. Besonders schmerzlich empfinden die Berliner zu Weihnachten 1961, dass Besuche im anderen Teil der Stadt unmöglich sind.
Viele West-Berliner wollen ihren Verwandten, die in der DDR unter der SED-Diktatur leben, ein Zeichen der Verbundenheit übermitteln. Sie entzünden am Nachmittag des 17. Dezember 1961 Kerzen an mehr als tausend Weihnachtsbäumen entlang der innerstädtischen Mauer. In den folgenden Tagen bewerfen DDR-Grenzpolizisten die Weihnachtsbäume mehrfach mit Steinen.
Auch zu Weihnachten 1962 werden keine Familienbesuche gestattet. Die Mauer bleibt geschlossen. Viele West-Berliner folgen einem Aufruf des „Kuratoriums Unteilbares Deutschland“. Als Zeichen ihres Willens zur Wiedervereinigung stellen sie am Heiligen Abend Kerzen in die Fenster. Erst als 1963 das erste Passierscheinabkommen in Kraft tritt, sind Besuchsreisen von West- nach Ost-Berlin wieder möglich.

Weihnachtsbäume an der Mauer als Symbol der Verbundenheit: Hier an der Stallschreiber Straße, Ecke Alte Jakobstraße. Aufnahme vom 17. Dezember 1961.© Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung